Der Hund und sein Mensch (kartoniertes Buch)

Wie man Zweibeiner erzieht, Mosaik bei Goldmann 16664
ISBN/EAN: 9783442166640
Sprache: Deutsch
Umfang: 124 S., 46 s/w Illustr., ca. 46 s/w Zeichnungen
Format (T/L/B): 1.1 x 15.5 x 11.5 cm
Einband: kartoniertes Buch
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Hunderatgeber gibt es viele - aber kaum ein Buch nimmt sich des Problems an, wie ein Hund seinen Menschen erziehen soll. Heiter und nachdenklich hält Winnie Wedel den verzogenen Herrchen und Frauchen den Spiegel vor und klärt über die Missverständnisse zwischen Mensch und Tier auf.



In ihrer mehr als fünfjährigen Erfahrung als Halterin von Zweibeinern ist Winnie Wedel zur wahren Kennerin herangereift. In aufopferungsvoller Liebe und Geduld ist es ihr gelungen, ihrem Rudel - dem Münchner Autorenpaar Angela und Andreas Hopf das nötige
Mit einem Menschen schafft man sich auch ein Stück Verantwortung an. Ich wende mich hier an die rund fünf, wahrscheinlich eher acht Millionen mehr oder weniger offiziell registrierten Hunde hierzulande - wir sind keine Minderheit, und wir lassen uns keinen Maulkorb umbinden. Und da statistisch belegt ist, dass Hundefreunde deutlich länger leben als Menschen ohne Tiere - so mag auch der eine oder andere Zweibeiner Nutzen und Anregungen aus der Lektüre ziehen. Menschen begleiten Hunde seit Anbeginn,und in vielerlei Hinsicht haben sie sich als nützlich, ja wertvoll erwiesen. In der Mehrzahl sind sie treue Gefährten. Doch zeigen sie sich in der zuweilen etwas hochgejubelten Beziehungskiste immer mal wieder als naive Toren, die weder von menschlicher Gesittung noch von einem Grundverständnis im Umgang mit Hunden auch nur die blasseste Ahnung haben. Und das, obwohl mittlerweile mehr als siebenhundert Bücher zum Thema greifbar sind. Natürlich lieben wir Hunde unsere Menschen, etwas Besseres - ich meine außer anderen Hunden - findest du nicht. Jeder von ihnen hat eine ungeheure Bedeutung für jeden einzelnen Hund, selbst wenn dessen Mensch schwach und haltlos, gehfaul, begriffsstutzig, untreu oder sogar wasserscheu ist - von grassierendem Reinlichkeitswahn und Schlimmerem einmal abgesehen. Diese ahnungslosen, von des Gedankens Blässe angekränkelten Menschen stellen sich vor, das tätschelbare und wedelnde Objekt da zu besitzen - als Halter, wie es so schön heißt - und Herr oder Frau der Sache zu sein. Als seien wir Stofftiere und nicht eigenständige Wesen mit eigenen Gefühlen. Ja, wir lieben unsere Menschen, so sehr, dass es einem manchmal die Wonneschauer schmerzlich über Bauch und Rücken treibt. Aber man gibt sich nicht selbst auf, wenn man sich in der Liebe eines anderen verliert. Ein Hund macht keinen Unterschied zwischen seiner Liebe und seinem Verhalten, das ist immer eins, in jedem Augenblick. Nur beim Menschen, der all seine Empfindungen immer erst durch den Kopf drehen muss, bleibt ein Unterschied zwischen Fühlen und Tun, und in dieser Kluft liegt alle menschliche Tragik und Traurigkeit. Das muss man erst mal verstehen. Diese nahezu sprachlosen, gehör- und augenlosen, schmeckfreien und überdies völlig nasenlosen Wesen, die wir Menschen nennen und die nichts Eiligeres zu tun haben als aus all ihren Mängeln heraus sich allsogleich auf ihre angeblich so vorteilhafte Vernunft zu berufen, welche freilich gerade ihr Dilemma ist, diese Wesen, will ich sagen, ehe ich mich noch in diesem Satz verheddere, brauchen rundherum unsere Zuwendung. Vergessen wir nicht: Mit einem Menschen schafft man sich ein Stück Verantwortung an. Hier soll der Mensch wahrlich nicht verhundlicht werden. Diese Gefahr liegt nahe, weil man leicht dazu neigt, die eigene Schwanzlänge als einziges Maß anzulegen. Das wäre reichlich einfältig. Der Mensch interpretiert uns Hunde ja durchaus eher als Menschen mit vier Pfoten, als rührende, wenngleich ein wenig zurückgebliebene Wesen, ganz ähnlich ihren Kindern. Umgekehrt dürfen wir diesen Fehler nicht machen, denn bei aller Gemeinsamkeit ist er ein eigenwilliges, wenn auch etwas merkwürdiges, kann man sagen: Gebilde. Irgendwie ein Stück verbogener Natur. Kopfig eben, und das ist das Hauptproblem. Wir müssen uns in den Menschen einzufühlen versuchen, und das mit nachdenklicher Anteilnahme und liebendem Verständnis. Schon immer war es die Pflicht von Hunden, den Menschen zu erziehen, doch ist ihnen das niemals erklärt, niemals beigebracht worden. Diese Aufgabe verlangt nämlich Mut und Selbstvertrauen, vor allem aber den Glauben, dass Frauchen und Herrchen fähig sein werden, die Entwicklung des Hundes und ihre eigene zu ertragen. Umgekehrt natürlich ebenso: Auch wir müssen lernen, die Entwicklung des Menschen auszuhalten. Dieses innere, wenn nicht innige Gefühl wird von allem Anfang an durch die Illusion verschleiert, der Mensch wisse alles, er sorge für uns und beherrsche uns, und wir seien dumm und un Leseprobe